Ausbildung zum Assistenzhund

Einen Blindenführhund hat fast jeder schon einmal gesehen. Viel weniger bekannt ist es, dass Assistenzhunde auch für Rollstuhlfahrer und Menschen mit anderen körperlichen Handicaps wie Diabetes, Asthma und Epilepsie oder mit psychischen Erkrankungen unschätzbare Dienste leisten.

 

Ein Assistenzhund ist ein medizinisches Hilfsmittel. Er hilft seinem Menschen, ein Handicap auszugleichen und somit ein unabhängigeres und unbeschwerteres Leben führen zu können. 

Lesen Sie mehr über Assistenzhunde für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Lesen Sie mehr über Assistenzhunde für Menschen mit einer Diabetes-Erkrankung


Was sind seine Aufgaben?

Was genau ein Assistenzhund können muss, ist natürlich abhängig von den Einschränkungen, die sein Mensch hat.

 

Die Ausbildung des Hundes wird individuell auf seinen Menschen abgestimmt. Dabei steht der Nutzen, den der Mensch durch seinen Hund hat, an erster Stelle. So kann das Mensch-Hund-Team optimal funktionieren. Ein großes Stück Lebensqualität ist gewonnen!

Beispiele:

  • Gegenstände aufheben und bringen
  • Türen und Schubladen öffnen und schließen
  • Schalter bedienen z. B. Lichtschalter, Aufzüge, Türöffner, Notfallknopf
  • Distanz schaffen
  • Taschen tragen
  • den Mensch zu einer Sitzgelegenheit / zum Auto / zum Ausgang führen
  • Beim An- und Ausziehen helfen
  • Bellen auf Signal
  • Über-/Unterzuckerung oder erkennen und anzeigen
  • Vor einem epileptischen Anfall warnen
  • Im Notfall Hilfe holen
  • und vieles mehr

Welcher Hund kann Assistenzhund werden?

Um so einen verantwortungsvollen Job machen zu können, muss ein Assistenzhunde-Anwärter einige Kriterien erfüllen: 

  • Er sollte menschenfreundlich sein.
  • Er muss über einen guten Grundgehorsam verfügen.
  • Er sollte ruhig und ausgeglichen sein.
  • Er sollte belastbar und nicht schreckhaft sein.
  • Er muss ein hohes Maß an Sozialverträglichkeit gegenüber Menschen, Artgenossen und anderen Tieren mitbringen.
  • Er darf nicht aggressiv oder ängstlich sein.
  • Er sollte keinen Schutztrieb haben, da er im Notfall fremde Menschen an seinen Besitzer heranlassen muss.
  • Er darf kein notorischer Kläffer oder passionierter Jäger sein.
  • Er muss natürlich vollkommen gesund und fit sein.

Welche Rassen sind geeignet?

Prinzipiell kann jeder Hund mit entsprechenden Voraussetzungen zum Assistenzhund ausgebildet werden. Einige Rassen sind aber besonders gut geeignet.

 

Labrador Retriever und Golden Retriever sind wegen ihres Charakters und ihrer imposanten Größe besonders als PTBS Hunde geeignet.

 

Andere geeignete Rassen sind zum Beispiel der intelligente Großpudel und der leichtführige Collie.

Letztendlich ist es eine Frage der zukünftigen Aufgaben, Geschmackssache und manchmal "Liebe auf den ersten Blick", die entscheidet, welcher Hund der zukünftige Freund und Helfer fürs Leben wird.

Zu guter Letzt

Ein Hund kann eine enorme Unterstützung und Hilfe im Alltag sein. Er ersetzt jedoch keinen Arzt und keine medizinische Behandlung oder Psychotherapie.

 

Bei aller Hilfe, die ein Assistenzhund leisten kann, dürfen wir nie aus den Augen verlieren, dass er ein Lebewesen aus Fleisch und Blut und keine Maschine ist, die immer auf Knopfdruck funktioniert. Er hat seine eigenen Bedürfnisse und braucht ebenso viel Zuneigung, Pflege und artgerechte Freizeit wie ein Familienhund. Das Wohl und die Gesundheit der Hunde stehen bei all der Arbeit und Ausbildung an erster Stelle.