Presse- und Medienberichte

Start in ein neues Leben - n-tv

Februar 2017

 

"Trauma-Hund holt Patientin aus der Isolation

Nina Ziegler wird als Mädchen von ihrem Stiefvater und dessen Freunden missbraucht. Seitdem leidet die unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung und kann das Haus nicht mehr verlassen. Jetzt aber bekommt sie Unterstützung: Assistenzhund Max führt die heute 40-Jährige zurück ins Leben."

Schmerzenskind

Aus der Hölle meiner Kindheit in ein glückliches Leben

von Nina Ziegler mit Assistenzhund Max

 



Unterstützung für das Ehrenamt!

06. Juni 2015

 

Finanzministerin Monika Heinold , besuchte die Hospizhunde in Gettorf.

Eine Rampe für die Skatehalle in Schleswig, eine Werkstatt für Flüchtlinge in Achterwehr, ein ausbruchsicheres Gehege für die Kaninchenhilfe Nordfriesland – das sind drei von bisher neun Projekten, die über die im März vom Land gestartete Spendenplattform www.wir-bewegen.sh realisiert wurden. Schon bald kann sich vielleicht auch der Hospizverein Dänischer Wohld in die Liste einreihen, der dort 2000 Euro für die Ausbildung von Hunden im Besuchsdienst sammelt. Gestern stattete Finanzministerin Monika Heinold den Vierbeinern und ihren Besitzern, die bereits im Hospizdienst eingesetzt sind, einen Besuch ab, um für dieses Projekt und die Spendenplattform zu werben.

Insgesamt 11  898 Euro wurden für die ersten neun Vorhaben gespendet, die nun umgesetzt werden können. Dem Hospizverein fehlen noch 538 Euro bis zu seinem Ziel von 2000 Euro. So viel kostet die Ausbildung von weiteren fünf Hunden und ihren Haltern für die Hospizarbeit. 13 Teams haben das bereits hinter sich, doch die Liste der Interessenten für dieses Ehrenamt ist lang. „Auf unseren ersten Aufruf haben sich 85 Personen gemeldet“, berichtete die Vorsitzende Dr. Friederike Boissevain.

Ob die Vierbeiner geeignet sind, stellt Kati Zimmermann vom Assistenzhundezentrum Nord in einem Test mit alltäglichen Situationen fest. Dabei muss der Hund beispielsweise ruhig bleiben, wenn neben ihm Dinge zu Boden fallen, und der Versuchung widerstehen, wenn Lebensmittel vor seiner Nase landen, erklärt Zimmermann. Über zwei Monate werden die Teams an Wochenenden geschult, zur klassischen Besuchshundausbildung kommen Elemente der hospizlichen Arbeit hinzu. „Wo wir sprachlich an unsere Grenzen stoßen, kommen die Hunde weiter. Sie sind sehr feinfühlend und können allein durch ihr Dasein ein helfendes Gefühl von Nähe und Verbundenheit zu Sterbenden herstellen“, erklärt Dr. Boissevain. Durch den Kontakt zu ihnen ließen sich bei Patienten beispielsweise Spastiken lösen, und sogar Wachkoma-Patienten reagierten darauf, erzählte Zimmermann. Sie berichtete von einer Frau, die ans Bett gefesselt war. „Nach zwei Wochen saß sie im Rollstuhl und hat uns schon winkend erwartet“, schilderte die Ausbilderin. „Das ist faszinierend. Da weiß man, wofür man das macht.“

Die Finanzministerin zeigte sich beeindruckt. Die Hospizarbeit bedeute eine große Herausforderung für die Helfer. Sie wachsen einerseits über sich hinaus, erfahren persönliche Bereicherung. Auf der anderen Seite bewegen sie sich an der Grenze dessen, was ein Mensch am Tag verkraften könne, so Heinold. Das Beispiel des Hospizvereins mit seinen vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden zeige eindrucksvoll, was Menschen bewegen könnten und wie viele gute Ideen es gebe, so Heinold. Mehr als 40 Prozent aller Schleswig-Holsteiner engagierten sich freiwillig für die Gesellschaft. „Das könnte unser Land niemals finanzieren. Wir können lediglich Strukturen stärken, die dieses Engagement möglich machen, wir können informieren und prüfen, wie wir engagierten Menschen das Leben leichter machen“, sagte Heinold. Die Spendenplattform solle dazu beitragen. Sie sei eine gute Möglichkeit für die Menschen in der Region, Geld zu spenden und dabei sicher zu sein, dass es auch dort ankommt, wo es benötigt wird.


Erste Ausbildung von hospizlichen Besuchshunden

13. April 2015

 

Vor knapp einem Jahr, im Mai 2015, wurde die erste Ausbildung von hospizlichen Besuchshunden abgeschlossen. Nun geht der Hospizverein Dänischer Wohld in Zusammenarbeit mit der Akademie für Assistenzhundeausbildung in die zweite Runde. „Sanfte Pfoten ist ein ehrenamtlicher Besuchsdienst für kranke Menschen im Dänischen Wohld.

Jeweils ein Hund und ein Halter bilden ein Team. 13 Teams wurden im vergangenen Jahr ausgebildet – und alle sind geblieben. „Jetzt suchen wir Verstärkung“, sagt Dr. Friederike Boissevain. Die Nachfrage nach diesem einzigartigen Angebot ist groß, so wolle man den Anfragen aus dem östlichen Wohld und auch aus Eckernförde gerecht werden.

Einen großen Teil der Ausbildungskosten übernimmt der Hospizverein, dafür stellt das Hunde-Halter-Team seine Dienste ein Jahr lang zur Verfügung. Die Ausbildung wird auch in diesem Jahr von Kati Zimmermann geleitet. Sie ist ausgebildete Assistenzhundetrainerin, hat vorher zwölf Jahre als Altenpflegerin gearbeitet und weiß, worauf es ankommt. „Wir suchen Menschen, die ein großes soziales Engagement mitbringen, die aber auch mit dem Thema Hospiz umgehen können“, erklärte sie. Der Hund sollte zwischen neun Monate und neun Jahre alt sein und über einen guten Grundgehorsam verfügen. „Er muss nicht perfekt sein, es wird ja einiges in der Ausbildung vermittelt“, beschreibt Zimmermann. Aber das Tier dürfe nicht aggressiv oder ängstlich Menschen oder anderen Hunden gegenüber reagieren und müsse sich gern streicheln lassen.

Während der Ausbildung lernen die Halter die Grundinhalte der Hospizarbeit gründlich kennen, die Hunde werden intensiv im Grundgehorsam geschult. Bevor es los gehen kann, müssen sie als allererstes einen Eignungstest bestehen. „Es ist gar nicht selbstverständlich, dass die Tiere ohne mit der Wimper zu zucken, ein Altenheim betreten oder mit dem Fahrstuhl fahren“, weiß Dr. Boissevain.

Gemeinsam mit Kati Zimmermann besuchen Hund und Halter jeweils einen Bewohner, der schwerkrank ist oder sich komplett zurück gezogen hat. Auch demenziell erkrankte Menschen leben bei diesen Besuchen wieder auf. Die Hunde bewerten keine körperlichen oder seelischen Defizite, es ist ihnen egal, wie das Gegenüber aussieht oder riecht. Sie bedenken jeden, den sie besuchen, mit der ihnen eigenen Sympathie und übertragen mit ihrer Entspannung diese innere Ruhe auf den ganzen Raum. „Sie sind Eisbrecher und Seelentröster“, weiß Kati Zimmermann. Über die Tiere bekomme man Kontakt zu den Menschen. „Erinnerungen an das eigene Tier kommen hoch, Spastiken lösen sich, die Motorik wird durch das Kraulen gefördert. Es gibt so viele positive Aspekte“, berichtet die Trainerin.

Aktuell finden regelmäßige Besuche in den Alten,- und Pflegeheimen des Dänischen Wohlds statt, aber auch aus Privathaushalten kommen immer mehr Anfragen. Kathrin Gullich, Leitung Soziale Betreuung, und Jens Kahl, Betreuungskraft im Seniorenzentrum, Am Kapernhof, in Altenholz können von den positiven Reaktionen der Bewohner berichten. „Es tut ihnen gut. Wir haben ja auch viele Bewohner, die keine Angehörigen haben und die Hunde gehen sehr sensibel auf diese Menschen ein“, erklärt Kahl. „Die Sanften Pfoten sind therapeutisch sehr wertvoll. Wenn Sie mal glückliche Menschen sehen wollen, kommen Sie her und gucken Sie unsere Bewohner an, nachdem die Hunde hier waren“.


Die Gesundheit stand im Mittelpunkt - Holsteinischer Curier

10. November 2014

 

Bildet Lebensretter aus: Kati Zimmermann (links) trainiert Assistenzhunde. Die Labradorhündin Luna

schlägt Alarm, wenn sich der Blutzuckerspiegel von Svea Küssner bedrohlich absenkt. Sveas

Mutter Regine (rechts) kann sich auf Luna verlassen.

 

Foto: Bury



Elias größter Wunsch geht in Erfüllung

22. Dezember 2012

 

Der fünfjährige Elias ist krank: Diabetes Typ 1. Deshalb bekommt er nun Diabetikerwarnhund Hope. Die kleine Pudeldame wird für ihn in Eckernförde ausgebildet. Elias größter Wunsch geht damit schon vor Weihnachten in Erfüllung.

Seitdem Elias die Diagnose Diabetes Typ 1 erhalten hat, muss er seine Blutzuckerwerte regelmäßig kontrollieren. Vor den Mahlzeiten, im Kindergarten und nachts. Auch für die Eltern ist das eine Belastung. "Elias ist noch zu jung, um selbstständig an die Kontrollen zu denken, die Werte zu interpretieren und sich im Bedarfsfall Insulin zu injizieren", sagt Mutter Verena. Vor allem beim Spielen muss ständig jemand auf den Jungen aufpassen und mit ihm gemeinsam die Blutzuckerwerte messen.

Damit Elias in Zukunft wieder alleine und unbeschwert mit anderen Kindern toben kann, wird Hope speziell ausgebildet. So kann sie später als Diabetikerwarnhund Elias Blutzuckerspiegel riechen. Wenn Hilfe nötig ist, warnt Hope ihn und seine Eltern. Doch bis dahin dauert es noch etwas.

Zurzeit ist Hope in der Grundausbildung bei Hundetrainerin Kati Zimmermann in Eckernförde. "Wenn der Grundgehorsam vollständig trainiert ist, beginnt mit sechs Monaten die Spezialausbildung", erklärt die Hundeexpertin, die in ihrer Assistenzhundeschule auch Behindertenbegleithunde, Signalhunde für Hörbehinderte, Epilepsiehunde, Cardio-Warnhunde (bei Sauerstoffmangel), Therapiebegleithunde und Besuchshunde ausbildet. "In einem Jahr kann Hope zu Elias nach Niedersachsen ziehen und die Familie entlasten. Als ausgebildeter Assistenzhund darf Hope Elias dann überall hin begleiten.

Die Ausbildung wird von "Wunschfutter", einem Online-Futtershop für Hunde, finanziert. Das passt: Hunde wie Hope, die solche außergewöhnlichen Leistungen vollbringen und Menschen im Alltag oder Gefahrensituationen helfen, brauchen eine besondere Ernährung. Auf Getreide, Mais, Soja und Gluten wird zum Beispiel gänzlich verzichtet.

Vater Mario ist dankbar, einen Sponsor für die Ausbildung von Hope gefunden zu haben - die Krankenkassen übernehmen eine solche Ausbildung nicht. "Hope wird Verena und mich im Alltag und besonders nachts enorm entlasten. Elias hat in Hope schon jetzt einen neuen Spiel¬kameraden gefunden."

Speziell ausgebildete Assistenzhunde können eine Unterzuckerung von Diabetikern erkennen. "Duftstoffe, die bei verändertem Blutzuckerspiegel vom Körper ausgeschieden werden, nehmen die Warnhunde wahr und reagieren sofort", erklärt Kati Zimmermann. "Sie warnen den Besitzer dann durch ein Signal, beispielsweise Bellen oder Anstupsen." Die Hunde helfen aber auch im Alltag: Sie lernen, Blutzuckermessgerät, Medikamente oder andere wichtige Gegenstände zu bringen. Im Notfall - bei Verwirrtheit oder Sehstörungen - kann der Assistenzhund sein Herrchen sogar nach Hause führen.

Die Autoimmunkrankheit Diabetes Typ 1 tritt oft bei Kindern auf. Deutschlandweit gibt es rund 15 000 Erkrankte unter 14 Jahren. Sie werden ihr Leben lang auf Insulin angewiesen sein. Der Blutzuckerspiegel schwankt vor allem bei Kindern sehr häufig und muss daher mehrmals täglich - vor allem beim Spielen und Toben - gemessen werden.


Spürt er das Fell, kann er wieder atmen

03. November 2012

 

Jeldrik Andreas ist vier. Doch der kleine Husumer kann noch nicht einmal selbstständig sitzen. 2007 kam Jeldrik viel zu früh auf die Welt, hat seither schwere Hirnschäden und Körperspastiken. Hinzu kommen immer wieder Atemaussetzer, die seinen Eltern große Sorgen machen. Verzweifelt kämpfen sie um einen Behindertenbegleithund für ihren Sohn. Der könnte dem Jungen sogar das Leben retten. Doch es fehlt am nötigen Geld. Jetzt bittet die Familie Zoch um Hilfe.
Seit ein paar Monaten haben die Zochs wenigstens schon mal einen Hund für Jeldrik im Haus. Shetland Sheepdog Eneas ist seither Jeldriks bester Freund. "Sobald er das Fell von Eneas berührt, lösen sich wie durch ein Wunder die Spastiken", sagt Mutter Jörke gerührt. Jeldrik reagiert sichtbar auf den Kontakt mit dem Hund, versucht sogar hinterherzukrabbeln. Doch das schafft der kleine Körper leider nicht.
Hunde können Krämpfe riechen
Vor rund zwei Jahren besuchte eine auf Therapiehunde spezialisierte, staatlich geprüfte Logopädin aus Berlin Jeldrik und bescheinigte anschließend: "Es wäre sehr förderlich für die Entwicklung Jeldriks, wenn ein gut ausgebildeter [...] Behindertenbegleithund in der Familie Zoch dauerhaft leben könnte." Und Birte Erichsen, die Leiterin des Käte-Reiners-Kindergartens, in den Jeldrik geht, ergänzt: "Therapiehunde sind nachweislich hilfreich beim Lösen von Muskelverkrampfungen und wirken beruhigend und entspannend auf Menschen ein. Das erhoffen wir uns auch für Jeldrik."
Neben den sichtlichen gesundheitlichen Erleichterungen wäre ein solches Tier auch in der Lage, bei drohenden Atemaussetzern anzuschlagen. "Die Hunde können es tatsächlich riechen, wenn ein Krampf kommt", weiß Kati Zimmermann vom Assistenzhundezentrum-Nord in Hummelfeld. Sie soll Eneas ausbilden. "Normalerweise kostet das mehr als 20.000 Euro und die Hunde sind in dieser Zeit nicht in den Familien", so Zimmermann. Sie aber halte mehr von einer gemeinsamen Ausbildung vor Ort. Die koste nicht mal 4000 Euro und sei zudem effektiver, weil Mensch und Tier von Beginn an zusammen seien. Dauer der Ausbildung: gut sechs Monate.
Doch bei den Zochs (Jeldriks Vater arbeitet auf dem Bau, seine Mutter in der Gastronomie) reicht’s auch nicht für diese Summe, seit Jahren schon kämpfen sie verzweifelt um einen Behindertenbegleithund für ihren schwerstbehinderten Sohn. Jetzt hofft die Familie auf Unterstützung. Bei der Lebenshilfe e. V. ist ein Spendenkonto eingerichtet worden.


Snows Nase rettet Diabetikern das Leben

15.Juni 2012

 

Auf ihre Nase ist Verlass. Snow, eine fünfjährige American-Canadian Colliehündin, kann Unterzuckerung beim Menschen riechen. Mehr noch, sie kann den Menschen, der an Diabetes Typ I oder Typ II leidet vor dem Kreislaufzusammenbruch warnen und für Hilfe sorgen. Snow ist unter anderem ein ausgebildeter Diabetikerwarnhund.

Kati Zimmermann, sie betreibt das Assistenzhundezentrum Nord , hat den Hund ausgebildet. Wie auch die Besuchshunde, die seit mehreren Wochen schon wöchentlich das Seniorenzentrum 3 Wellen in Damp besuchen. "Wir haben überaus positive Erfahrungen durch die Teambesuche bei unseren Bewohnern festgestellt", berichtete Mario Schneider, Inhaber des Seniorenzentrums. Aufgrund dessen gehen das Assistenzhundezentrum und 3 Wellen eine Kooperation ein. Ab Juli finden Ausbildungen von Besuchshunden in der Einrichtung statt.

Doch die beiden Partner haben noch mehr vor. Sie wollen eine Ausbildung für Diabetikerwarnhunde anbieten. Diese soll im Herbst beginnen. Über das Angebot, die Ausbildung, für wen das Angebot sinnvoll ist und was ein Diabetikerwarnhund leisten kann - darüber soll morgen bei einer Infoveranstaltung von 14 bis 16 Uhr berichtet werden. Außerdem wird es Vorführungen geben. Der Nachmittag findet im Schulungsraum Auf der Höhe 12, (ehemaliges Amtsgebäude Schwansen), Eingang neben der Polizei statt. Zur besseren Planung bittet Kati Zimmermann um Anmeldungen unter Tel. 0162/74 78 57 3 oder 04353/99 88 66 5, die Teilnahme ist kostenlos.

Bei der Infoveranstaltung wird Zimmermann, die seit 2007 Behindertenbegleit-, Therapiebegleit- und Besuchshunde ausbildet, neben Snow auch Cissy, eine sechsjährige Biewer Yorkie Hündin mitbringen. Sie ist in Ausbildung. Er sei von den Fähigkeiten der Hunde beeindruckt, berichtete Schneider. Er habe die erste Ausbildung von Besuchshunden in seinem Haus mitbeobachtet und war fasziniert, welche Reaktionen die Hunde bei den Bewohnern auslösten. "Einige begannen zu sprechen, was sie sonst nie taten und andere fingen an, aus ihrem Leben zu erzählen", berichtete Schneider. Um viele Menschen von den Fähigkeiten der Hunde profitieren zu lassen, denn sie trügen eindeutig zur Verbesserung der Lebensqualität bei, sei sein Haus die Kooperation mit Kati Zimmermann eingegangen.

Die Ausbildung für den Diabetikerwarnhund bietet sich für Familien mit erkrankten Kindern sowie erkrankte Erwachsene an. Ausgebildet werden können Welpen, deren Eignung Zimmermann vor der Ausbildung prüft, sowie auch ältere Hunde. Bei der Auswahl der geeigneten Tiere könnte Zimmermann helfen. Ausgeschlossen seien Boardercollies und Beagle sowie alle Hunde, die in der Öffentlichkeit eher zur ängstlichen Reaktionen führen würden. Da der Hund beispielsweise Kinder überall hin begleite, sei das ganz wichtig, so Zimmermann. Die Ausbildung erfolgt in Selbstausbildung an fünf Wochenenden über fünf Monate. Bei Kindern sind selbstverständlich die Eltern dabei. Sie bekämen mit dem Tier nicht nur einen Partner für ihr Kind, das damit auch selbständiger werde, sondern auch einen verlässlichen Anzeiger, sollte es zur Unterzuckerung, beispielsweise nachts beim Schlafen kommen. Statt vorsorglich alle paar Stunden den Blutzuckerspiegel per Bluttest zu bestimmen, sei dass mit dem Hund unnötig.

In der Ausbildung können die Tiere verschiedene Reaktionen erlernen, die sie bei Unterzuckerung zeigen. So könnten die Hunde bellen, kratzen, Telefon holen, Traubenzucker oder Cola bringen oder auch das Insulinspritzbesteck apportieren. "Alles wird über den Spaß- und Spieltrieb der Tieren vermittelt", betonte Zimmermann. Neben der Selbstausbildung kann auch eine Fremdausbildung erfolgen, die aber teurer ist. In Angriff nehmen möchte das Assistentenzhundezentrum später noch eine Ausbildung für Epilepsiehunde. "So weit bin ich aber noch nicht", sagte Kati Zimmermann.


Hundebesuch bringt die Augen zum Leuchten.

18. April 2012

 

Auch wenn ein Rollstuhl dicht an ihr vorbei fährt oder ein Bewohner seinen Gehstock fallen lässt bleibt Bruno ruhig und gelassen. So hat der fünfjährige Labrador es in dem Kursus bei Hundetrainerin Kati Zimmermann gelernt. Bruno gehört der Fleckebyerin Birte Ullmann. Bruno hat jetzt gemeinsam mit Frauchen seine Prüfung zum geprüften Besuchshund bestanden. Froh darüber sind auch die Bewohner des Seniorenheims "Haus Hüttener Berge" in Ascheffel, denn dort werden Ullmann und Bruno von nun an regelmäßige Gäste sein.

Schon allein die bloße Anwesenheit des Hundes können älteren Menschen die Erinnerung an schöne alte Zeiten zurückbringen, erläutert die Hummelfelderin Kati Zimmermann. Sie bereiten den Bewohnern in den Heimen Freude, verbessern die Lebensqualität, motivieren und regen an. Dass sogar Wachkomapatienten beim Kontakt mit den Hunden Reaktionen zeigen, sei belegt. Birte Ullmann sei selbst von Verwandten der Bewohner gesagt worden, dass diese beim Besuch des Hundes noch nie so viel geredet hätten.

 

Zimmermann bildet in ihrem Assistenzhundezentrum in Hummelfeld regelmäßig Mensch und Hund zu Besuchsteams aus. Die Rasse des Tieres sei dabei egal, älter als ein Jahr sollte der Hund sein, nicht aggressiv und kein notorischer Kläffer. Ein Eignungstest stehe vor Beginn des Kurses.

 

Die Prüfung zum Besuchshund besteht aus einem theoretischen und praktischen Teil. Für die Praxis besuchten die Teilnehmer das Wohnheim am Pferdemarkt in Eckernförde. Bei verschiedenen Rollenspielen mussten die Hunde zeigen, dass sie bei ungewöhnlichen Lauten, bei Fremden oder ungewohntem Verhalten der Menschen entspannt bleiben. "Ein plötzliches Klirren oder einen quietschenden Rollator dürfen die Hunde nicht als Bedrohung auffassen", sagt Zimmermann.

 

Bruno ließ sich ebenso nicht aus der Ruhe bringen wie Leila, die Mischlingshündin der Eckernförderin Uta Soika. Die beiden werden künftig das Haus "3Wellen" in Vogelsang-Damp besuchen - ehrenamtlich wie alle anderen Teams auch. "Leila ist ideal für die Bewohner", sagt Uta Stoika, sie gebe gerne Liebe, betont sie.

 

Die Osterbyerin Stephanie Kambies ist als Pflegehelferin im "Haus am See" in Klein Wittensee tätig. Künftig wird sie "Extraschichten" einlegen, um mit Lara, einem Retriever-Husky-Labrador-Mix den Bewohnern eine Freude zu bereiten.

Im Juli fängt bei Kati Zimmermann der nächste Kursus an, Teilnehmer werden noch gesucht, denn Anfragen von Heime lägen vor. "Im Haus Hüttener Berge soll ein zweites Team eingesetzt werden", sagt die Trainerin


Cissy und Snow sorgen für tierische Abwechslung

03. Dezember 2012

 

Kati Zimmermann (41) ist mit ihren beiden Hunden Cissy und Snow ein gerne gesehener Gast in Wohn- und Seniorenheimen. Denn der weiße kanadisch-amerikanische Collie und der kleine Yorkie sorgen für viel Abwechslung bei den Patienten und Bewohnern im "Haus Schwansen", einem Wohnheim in Eckernförde sowie Einrichtungen in Kappeln und Flensburg.

Die Hummelfelderin Kati Zimmermann ist lizenzierte Hundetrainerin, Hundeführerin, -psychologin und Verhaltenstherapeutin. In diesem Jahr hat sie das Assistenzhundezentrum-Nord gegründet, in der sie Vierbeiner unter anderem zu Diabetikerwarnhunden, Behindertenbegleithunde und Rollstuhlhunden ausbildet. Ein Schwerpunkt liegt dabei aber in der Ausbildung von Mensch und Hund zu einem gut eingespielten Team, das die Bewohner in Heimen und ähnlichen Einrichtungen besucht. "Patienten, die lange nicht gesprochen haben, werden durch den Kontakt zum Hund gerade angespornt", berichtet Zimmermann von ihren Erfahrungen. Emotionen und Lebensfreude würden geweckt werden. Die Patienten beginnen, von ihren Hunden früher zu erzählen oder Menschen mit Spasmen entspannen sich beim Streicheln des Hundes. Die Motorik wird aktiviert, durch die beruhigende Wirkung des Hundes der Blutdruck gesenkt. Solche Erfolgserlebnisse gebe es regelmäßig. Bei Wachkomapatienten darf der Hund sogar mit ins Bett. Die Patienten zeigen oft ein anderes Verhalten, als sie es Menschen gegenüber tun würden. Die Berührungen, das Fühlen gebe ihnen das Gefühl an der Umwelt teilnehmen zu können.

Auch die Angehörigen und Einrichtungen hätten die positive Wirkung der Besuchshunde auf die alten oder kranken Menschen festgestellt und setzen auf diese tierische Art der Therapie - doch oftmals fehle das Geld.

Mit einem Netzwerk will Kati Zimmermann jetzt den Einsatz der Besuchshunde ausweiten. Sie will Teams ausbilden. Verpflichten sie diese, für eine bestimmte Zeit in einer Einrichtung ehrenamtlich tätig zu sein, erhalten sie von dieser einen Zuschuss für die Ausbildung. Aber auch Teams, die nicht diese Kooperation eingehen wollen, können sich bei der Hummelfelderin ausbilden lassen.

"Die Hunde müssen sich gerne anfassen lassen, dürfen nicht ängstlich, nicht aggressiv und keine notorischen Kläffer sein", nennt Kati Zimmermann wichtige Eigenschaften des Tieres. Auch ein gewisser Grundgehorsam müsse bereits vorhanden sein und eine enge Bindung zwischen Mensch und Tier vorhanden sein. Die Rasse und die Größe spiele keine Rolle. Der Hund sollte mindestens acht Monate und nicht älter als acht Jahre sein. "Es wird aber auf jeden Fall ein Eignungstest gemacht werden", betont sie.

In dem Training, das überwiegend direkt in den Einrichtungen stattfinden wird, geht es um das spätere "Arbeitsumfeld". Die Hunde sollen beispielsweise lernen, dass Rollstühle oder Gehhilfen keine Gefahr darstellen. Geräuschfest sollte das Tier nach Ende der Ausbildung, die mit einer praktischen und theoretischen Prüfung endet, sein.